Freie Wähler St. Ingbert

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Geschichte

Der Verein Freie Wähler St. Ingbert e.V. hat eine lange Tradition in der St. Ingberter Kommunalpolitik.

Bereits im Jahr 1964 taten sich einige namhafte St. Ingberter Bürger zusammen und gründeten die ‘Interessengemeinschaft St. Ingberter Bürger’, kurz IGB genannt. In der Folgezeit trat diese Interessengemeinschaft dann dem Verband der Freien Wählergemeinschaften des Kreises St. Ingbert bei und übernahm auch die Bezeichnung Freie Wähler in ihren Namen. Gleichzeitig wurde der Zusammenschluss am 20.04.1964 ins Vereinsregister beim Amtsgericht St. Ingbert eingetragen und trägt seitdem den Zusatz ‘e.V.’

Zur Kommunalwahl 1969 trat man mit einer Liste mit zahlreichen prominenten Namen als ‘IGB – Freie Wählergemeinschaft St. Ingbert’ an.

In den Folgejahren zog man mit kommunalpolitisch relevanten Themen immer wieder in den Stadtrat ein und konnte auch Ortsratsmandate erzielen.

Nach der Kommunalwahl 1994 kam es zu Zerwürfnissen in der Fraktion. Ursache war das Abstimmungsverhalten einzelner Fraktionsmitglieder bei Wahlen und Personalentscheidungen, welches nach Ansicht des Vereinsvorstandes nicht mehr den Grundsätzen der Freien Wähler entsprach. Es kam zu einer Spaltung der Stadtratsfraktion. Gleichzeitig vollzog sich eine Abspaltung des entsprechenden Lagers vom Verein.

Die Folgen daraus waren bitter: Denn bei der Kommunalwahl 1999 sah man sich einem politischen Konkurrenten aus dem eigenen Lager gegenüber. Die ausgetretenen FW-Mitglieder formierten sich unter der Bezeichnung Freie Liste St. Ingbert (FLI) neu und buhlten ebenfalls um die Wählerstimmen. Die Wahl war schließlich für beide Lager erfolglos, beide scheiterten an der damals noch geltenden Fünfprozent-Hürde und keiner zog in den Stadtrat ein. Lediglich im Ortsrat St. Ingbert-Mitte, wo die FLI nicht kandidiert hatte, verfügten die Freien Wähler noch über ein Mandat.

In den Folgejahren kam der Verein Freie Wähler nicht mehr auf die Beine. Neue Mitglieder blieben Fehlanzeige und so fanden sich für die Kommunalwahl 2004 trotz intensiver Suche nicht einmal mehr Kandidaten. Man zog die Konsequenz und trat erst gar nicht an. Da die politische Zukunft keine Perspektive mehr aufzuzeigen schien, wurde sogar über eine Auflösung des Vereins nachgedacht.

Im Jahr 2006 kam es aber zu einer überraschenden Wende. Nach Zerwürfnissen in der Gemeinschaft Aufbruch St. Ingbert (GAS), einer Wählerinitiative, welche bei der Kommunalwahl 2004 überraschend drei Mandate im Stadtrat erlangt hatte, traten alle drei GAS-Mandatsträger zu den Freien Wählern über. Sie brachten auch eine Vielzahl von neuen Mitgliedern mit und erweckten den Verein Freie Wähler St. ingbert damit zu neuem Leben. Die Geschichte, die der FW etwa 10 Jahre zuvor widerfahren war, wiederholte sich nun. Dieses mal aber zu Gunsten des Vereins.

So trat der wiedererwachte Verein im Jahr 2009 wieder zur Kommunalwahl mit Listen für den Stadtrat und den Ortsrat St. Ingbert-Mitte an und zog auch in beide Parlamente ein. Der Neustart war geschafft.

Im Jahr 2011 beschloss die Mitgliederversammlung eine umfassende Änderung der in die Jahre gekommenen Satzung. Insbesondere wurde das Eintrittsalter auf 14 Jahre gesenkt, um der St. Ingberter Jugend eine Plattform zu bieten. In diesem Zusammenhang wurde auch der Name des Vereins in ‘Freie Wähler St. Ingbert e.V.’ geändert, und damit die in den letzten Jahren bereits gepflegte Außendarstellung auch rechtlich fixiert.

Das Jahr 2011 brachte auch ein weiteres Novum für die St. Ingberter Freien Wähler. Nach reiflicher Überlegung entschloss sich die Mitgliederversammlung des Vereins, bei der OB-Wahl einen unabhängigen OB-Kandidaten zu unterstützen. Ziel war es, den Amtsinhaber Georg Jung (CDU) abzulösen. denn Jungs undemokratischer Politikstil hatte für eine Blockade der Stadtratsarbeit und damit einem Stillstand für die Stadt gesorgt. Mit Hans Wagner wurde ein geeigneter Kandidat gefunden, welcher in einem gemeinsamen und schlagkräftigen Wahlkampfteam zusammen mit Familienpartei und Linken tatkräftig unterstützt wurde. Am Ende erreichte Hans Wagner mit hauchdünnem Vorsprung gegenüber SPD-Kandidat Sven Meier die Stichwahl, in welcher er sich recht deutlich gegenüber Amtsinhaber Jung durchsetzte. Im Juli 2012 wird Hans Wagner ihn im Rathaus ablösen.

Für das Jubiläumsjahr 2014 – die Freien Wähler St. Ingbert feiern dann ihren 50. Geburtstag – hat sich der Verein auch politisch neue Ziele gesetzt. Denn in diesem Jahr findet auch die nächste Kommunalwahl statt. Erstmals plant man neben der Wahl zum Stadtrat auch für alle fünf Ortsräte im Gebiet der Mittelstadt St. Ingbert Kandidaten ins Wahlrennen zu schicken.